Senf – würzig und wohltuend

Senf[Madllen/depositphotos.com]

Für die meisten von uns ist Senf ein klassisches Würzmittel. Würstchen und Steaks bekommen erst durch Senf den richtigen Pfiff, Soßen eine schmackhafte Schärfe.

Kleine Körnchen mit wertvollen Inhaltsstoffen

Haben Sie schon einmal eine Senfpflanze gesehen? Mit ihren schönen gelben Blüten ist sie dem Raps sehr ähnlich. Und tatsächlich: Beide Pflanzen stammen aus der gleichen Familie. Am besten lassen sich die beiden anhand der Jahreszeit unterscheiden. Raps blüht im Mai, Senf erst ab Mitte Juli.

Liebhaber der kleinen gelben Körnchen schätzen indes nicht nur das Aroma und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Küche, sondern auch die zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften. Neben Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweißen, die den Stoffwechsel ankurbeln und das Immunsystem stärken, enthält Senf ein fettes Öl. Das Senföl selbst hat keinen Geschmack. Erst durch die Hinzugabe von Flüssigkeit wird ein Enzym aktiviert, dass die scharfmachenden Stoffe aufspaltet und die typische Würze hervorlockt. Diese Inhaltsstoffestoffe wirken auf der Haut durchblutungsfördernd und wärmend. Senf ist deshalb in der Lage, Muskelverspannungen zu mildern, Schmerzen zu lindern oder Krämpfe zu lösen. Auch die Ausleitung von Giftstoffen wird unterstützt. Wir das genau funktioniert? Hier unsere Empfehlungen:

Fußbad

Das Senf-Fußbad ist ein erprobtes Hausmittel gegen Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, niedrigen Blutdruck und kalte Füße. Senf zieht Verspannungen aus dem Kopf, regt den Stoffwechsel an und verhilft zu neuem Schwung. Zerstoßen Sie zunächst eine Handvoll Senfkörner in einem Mörser zu grobem Mehl oder mahlen Sie die Körner in einer entsprechenden Mühle. Nun geben Sie das Senfmehl in eine große Schüssel und übergießen es mit etwa 35 Grad warmem Wasser. Die Temperatur sollte nicht höher sein, weil das Senföl seine Wirkung ansonsten nicht voll entfalten kann. Um das Wohlbefinden zu erhöhen, können Sie anstatt Wasser auch einen selbst hergestellten Heublumen-Sud verwenden.

Selbstverständlich können Sie auch ein Senf-Vollbad nehmen. Es wirkt wohltuend und lindernd bei Erkältung, Bronchitis und Rückenschmerzen. Nehmen Sie einfach die doppelte Menge Senfmehl und bereiten Sie mit zwei Litern Wasser einen Sud, den Sie dann ins Badewasser schütten. Nun 10 bis 20 Minuten baden, wobei nichts in die Augen geraten darf. Anschließend gründlich abduschen, warm anziehen, auf dem Sofa einkuscheln und mindestens 30 Minuten ruhen. Sie werden spüren, wie schnell Ihre Beschwerden nachlassen und sich Ihr Körper entspannt.

Senfwickel

Senfpflanze
Senfpflanze [Forestpath/depositphotos.com]

Bei Husten, Bronchitis Heiserkeit, Zahn- oder Ohrenschmerzen, Rheuma und Arthritis sind Senfwickel eine wirksame, natürliche Hilfe. Sie wirken schleimlösend, schmerzstillend und antibakteriell. Sie benötigen vier bis fünf Esslöffel Senfkörner, die Sie in einer Mühle oder im Mörser zu Senfmehl mahlen. Mit etwas warmen Wasser rühren Sie daraus einen dicken Brei an, den Sie auf ein dünnes Tuch streichen. Nun falten Sie das Tuch, sodass zwischen dem Senfbrei und der Haut eine dünne Schicht aus Stoff liegt. Legen Sie den Umschlag zwei Mal täglich auf die betreffende Stelle und decken Sie ihn mit einem dicken Baumwolltuch ab. Die Einwirkzeit sollte rund 15 Minuten betragen. Sobald die Haut prickelt, setzt die Wirkung ein. Danach die Stelle warm abwaschen und warm halten. Weil es bei empfindlicher Haut schnell zu Reizungen kommen kann, sollten Kinder unter sechs Jahren keine Senfwickel bekommen.

Senftinktur

Diese Natur-Arznei regt den Stoffwechsel an, kann depressive Verstimmungen lindern, und gegen Antriebslosigkeit und Erschöpfung wirken. Sie benötigen folgendes:

  • 2 Esslöffel Senfsaat
  • 1 EL Rosmarinnadeln
  • 1 EL Salbeiblätter
  • 1 EL Topinambur (in Scheiben geschnitten)
  • 200 ml Rum (mehr als 50 Vol.%)

Die Senfkörner über Nacht in Wasser einweichen, in ein Sieb schütten und auf Backpapier oder etwas ähnlichem trocknen lassen. Anschließend die Senfsaat zusammen mit den Kräutern und Topinambur in ein Glas mit Schraubverschluss geben und mit Rum so weit auffüllen, dass alle Kräuter und sonstigen Zutaten vollständig bedeckt sind. Die Tinktur muss nun drei Wochen lang an einem warmen, hellen Platz reifen. Danach hält sie circa ein Jahr. Anwendung: Über einen Zeitraum von zwei Wochen bis zu drei Monaten drei mal täglich 25 Tropfen in Ihren Lieblingstee geben und trinken.

Übrigens, kennen Sie schon unseren Beitrag zum Thema “Senf selber machen?”. Wir haben uns in die Küche gestellt und gekocht!

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