Fenchelsamen: Beruhigung für Körper und Geist

FenchelsamenFenchelsamen [©Barbara Pheby - stock.adobe.com]

Schon als Baby bekommen wir einen Tee aus Fenchelsamen um die Verdauung zu beruhigen. Das beruhigt und entspannt. Nicht nur Babys, sondern auch erwachsene Menschen.

Lange Zeit wurde Fenchel rund um das Mittelmeer angebaut und geerntet. Dann kam es zu einer Verbreitung bis nach Neuseeland, Südamerika, Australien und sogar Hawaii. Unser heutiger Ratgeber beschäftigt sich nicht nur mit dem Fenchel, sondern spezieller noch mit den Fenchelsamen. 

Verwendungsmöglichkeiten Fenchel & Fenchelsamen

Die Anwendung als Tee ist bestens bekannt. Doch Fenchel ist deutlich vielseitiger und besticht auf zwei Kerngebieten mit seiner Vielfalt.

Fenchel in der Küche

Die Knolle des Fenchels kann kleingeschnitten an Salate gegeben werden. Er schmeckt leicht süßlich und erinnert uns an Anis. Hinzu kommen die ätherischen Öle, welche dem Fenchel ein tolles Aroma verleihen.

Die Früchte des Fenchels (Fenchelsamen) lassen sich zu Tee aufgießen und in Brot einbacken. Im orientalischen Raum nutzt man die Samen als Bestandteil von Gewürzmischungen. Bei uns verfeinern sie den Geschmack von Fisch verschiedener Sorten. Auch ein Flambieren von getrocknetem Fenchel ist möglich, damit der Fisch dessen rauchiges Aroma aufnimmt.

Weiter geht es mit den fein gehackten Blättern des Fenchels, um Suppen und Saucen aufzupeppen. Feinschmecker und Sterneköche verwenden auch die Fenchelpollen als Gewürz. In ihnen intensiviert sich die Süße der Pflanze. Verständlicher Weise ist die Ausbeute sehr gering und die Verwendung dadurch teuer. Fenchelpollen tragen den Spitznamen „Gewürz der Engel“.

Doch nicht nur als Tee, sondern auch in anderen Getränken, gilt Fenchel als sehr beliebt. Absinth ist hier nur ein Beispiel. Häufig kommt es zur Mischung mit Anis bzw. Sternanis, um ein betörendes Geschmackserlebnis zu erzielen.

Fencheltee
Fencheltee [©Printemps – stock.adobe.com]

Unterschied süßer Fenchel und bitterer Teefenchel

Für Tee werden bittere Fenchelsamen genommen. Diese enthalten mehre ätherische Öle, was bei der Zubereitung als Tee von Vorteil ist. Das süßliche trans-Anethol ist im süßen Fenchel mehr enthalten, was wiederum bei vielen Zubereitungsarten in der Küche besser schmeckt.

Fenchel in Heilkunde und Medizin

Darüber hinaus gilt Fenchel seit vielen Jahrhunderten als Heilpflanze. Wobei lange Zeit viele Wirkungsweisen rein auf Erfahrungsberichten beruhten. Auch heute ist noch darauf zu achten, ob die gesundheitlichen Versprechen mit entsprechenden Studien belegbar sind. Was die Beruhigung von Magen und Darm anbelangt, ist dies aber gegeben.

In der Geschichte taucht der Fenchel bzw. seine Samen immer wieder in Rezepten auf. Bereits Hippokrates erwähnte die Pflanze. Dabei ist immer zu unterscheiden, ob die Knollen, Samen, Pollen oder Blätter gemeint sind.

Aus medizinischen Gründen interessiert sich auch die Pharmaindustrie für den Fenchel, um daraus bspw. Hustenlöser herzustellen. Ferner ist es als Beruhigungsmittel bekannt.

Welche Inhaltsstoffe enthalten Fenchelsamen?

Richtig angebaut und zum optimalen Zeitpunkt geerntet, bieten Fenchelsamen zwei interessante ätherische Öle. Sie heißen Anisöl und Anethol. Diese stehen im Fokus der Forschung, weil sie mehrere Wirkungsweisen besitzen. Anethol reguliert bspw. die Konzentration des Magensaftes. Zugleich bringt er eine gesunde Bewegung in unseren Magen-Darm-Trakt. [Quelle]

Neben den ätherischen Ölen, ist der Gehalt von Magnesium, Calcium, Vitamin C und Folsäure erwähnenswert. Ebenso die Vitamine A und B kommen im rohen Fenchel vor.

Wann sollte Fenchel nicht eingenommen bzw. verzehrt werden?

Wie bei jedem Gewächs, gibt es auch hier Menschen, welche empfindlich auf den Verzehr von Fenchel reagieren. Wer bspw. eine schwache Niere besitzt, sollte ihn nur in sehr geringen Mengen aufnehmen. Andernfalls könnte der Kalium-Gehalt unerwünschte Nebenwirkungen auslösen. Dasselbe gilt bei einem regulierten Blutdruck durch Betablocker. Im Zweifelsfall ist die regelmäßige Einnahme mit einem Arzt zu besprechen!

Fenchelblätter und Fenchelsamen kaufen

Während die Fenchelblätter überwiegend frisch und lose verkauft werden, gibt es Fenchelsamen für den Tee getrocknet lose oder im Teebeutel zu beziehen. Wichtig ist dabei, und dies ist eine gesetzliche Vorgabe, dass die Konzentration von Methyleugenol und Estragol so gering wie möglich sein müssen. Desweiteren darf der Gehalt an Tartarol die 5% nicht überschreiten. Ansonsten ist auf Bio-Qualität zu achten. Außerdem sollte der Fenchel nicht Weise gentechnisch verändert worden sein.

Fenchel: Anbau und Ernte

Fenchelpflanze
Fenchelpflanze [©Bill Ernest – stock.adobe.com]

Da von dieser Pflanze mehrere Bestandteile verwendet werden können, lohnt sich der Anbau in Eigenregie. Dabei ist zu wissen, dass Fenchel aus dem mitteleuropäischen Raum stammt. Weshalb sie es gern warm und relativ trocken mag. Basische Erde ist der Pflanze genehm. Eine Aussaat erfolgt erst Anfang Juli. Andernfalls entstehen am Fenchel keine Knollen. Auf diese Weise sind an ihm nur Blüten und Samen zu sehen.

Für den weiteren Anbau ist es daher sinnvoll zwei Kulturen anzulegen. Einer zur direkten Ernte und eine zur Fortsetzung im darauffolgenden Jahr. Der Boden muss stets leicht feucht gehalten werden, während die Pflanzen einen Abstand zwischen 20 und 25 cm am besten vertragen. Bildet sich die Zwiebel, ist diese mit Erde zu bedecken. Sie sollte keinesfalls an der Luft stehen.

Aus Fenchelsamen gezogene Pflanzen sind leider anfällig für eine Reihe von Krankheiten:

  • Von der Blattlaus bis zur Schnecke lieben sie allerlei Schädlinge.
  • Bakterien lösen die Pseudomonas-Fäule und Erwinia-Fäule aus.
  • Echter Mehltau und weitere Pilz-Erkrankungen können die Pflanze ebenso befallen.
  • Ebenso ist auf braune Ränder an den dickeren Blättern zu achten. Frost verträgt Fenchel nur sehr wenig. Eine Umsiedlung oder der direkte Anbau im Gewächshaus ist empfehlenswert, um auch noch in der kälteren Jahreszeit etwas ernten zu können.

Wichtig bei der Lagerung: Soll der Knollenfenchel bzw. dessen Samen erst später verwendet werden, braucht er es bis dahin kühl. Bis 5 Grad Celsius und eine möglichst hohe Luftfeuchte sorgen dafür, dass er lange Zeit frisch bleibt. Diese konstanten Verhältnisse bietet nur der Kühlschrank (bspw. das Gemüsefach).

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