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Was ist selbst gemachtes Lavendelöl?

Selbst gemachtes Lavendelöl ist ein Ölauszug aus Lavendelblüten und Pflanzenöl. Die Blüten werden nicht gekocht, sondern mehrere Wochen in Öl eingelegt. Dadurch nimmt das Öl den typischen Lavendelduft und eine feine, leicht herbe Blumigkeit auf.

Der Unterschied zu ätherischem Lavendelöl ist wichtig: Ein Ölauszug ist ein aromatisiertes Pflanzenöl. Er ist deutlich milder und wird aus Blüten und Öl angesetzt. Ätherisches Lavendelöl entsteht dagegen durch Destillation und ist hochkonzentriert.

  • Ölauszug: einfach zu Hause mit Blüten und Öl machbar.
  • Ätherisches Öl: destilliertes, konzentriertes Öl, nicht Teil dieser Anleitung.
  • Küchenöl: nur möglich, wenn das verwendete Basisöl speisegeeignet ist.

Zutaten für Lavendelöl

Für ein kleines Glas Lavendelöl brauchst du nur wenige Zutaten. Entscheidend ist, dass die Lavendelblüten trocken sind und vollständig mit Öl bedeckt werden.

  • Getrocknete Lavendelblüten: ca. 15–20 g auf 200 ml Öl. Für ein milderes Öl reichen 10–12 g.
  • Pflanzenöl: ca. 200 ml mildes Öl, zum Beispiel Sonnenblumenöl, mildes Olivenöl, Rapsöl oder Mandelöl in Lebensmittelqualität.
  • Optional Zitronenschale: ein kleiner Streifen getrocknete Zitronenschale für eine frischere Duftnote.
  • Optional Rosmarin oder Thymian: sparsam dosieren, wenn das Öl mediterraner und würziger werden soll.

Für den Ansatz eignen sich ganze getrocknete Lavendelblüten besonders gut. Sie bringen ein feines Aroma mit, lassen sich gut dosieren und nach der Ziehzeit sauber abfiltern.

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Grundrezept: Lavendelöl selber machen

Dieses Grundrezept ergibt etwa 180–200 ml fertiges Lavendelöl. Die genaue Menge hängt davon ab, wie viel Öl nach dem Filtern in den Blüten zurückbleibt.

Zutaten

  • 15–20 g getrocknete Lavendelblüten
  • 200 ml mildes Pflanzenöl

Utensilien

  • 1 sauberes Schraubglas mit ca. 250–300 ml Inhalt
  • 1 feines Sieb oder Mulltuch
  • 1 saubere Flasche, möglichst dunkel
  • 1 kleiner Trichter
  • 1 sauberer Löffel

Anleitung Schritt für Schritt

  1. Glas vorbereiten: Glas, Deckel, Trichter und Flasche gründlich reinigen und vollständig trocknen lassen.
  2. Lavendel einfüllen: Die getrockneten Lavendelblüten in das Glas geben. Nur leicht andrücken, nicht fein zerreiben.
  3. Mit Öl bedecken: Das Pflanzenöl über die Blüten gießen, bis alles vollständig bedeckt ist.
  4. Glas verschließen: Das Glas gut verschließen und einmal vorsichtig schwenken.
  5. Ziehen lassen: Den Ansatz zwei bis vier Wochen dunkel und zimmerwarm stehen lassen.
  6. Regelmäßig bewegen: Alle ein bis zwei Tage sanft schwenken, damit die Blüten gleichmäßig vom Öl umgeben bleiben.
  7. Filtern: Das Öl durch ein feines Sieb oder Mulltuch abgießen. Die Blüten nur leicht ausdrücken.
  8. Abfüllen: Das gefilterte Öl in eine saubere, trockene Flasche füllen und mit Datum beschriften.

Nach etwa zwei Wochen ist das Öl zart aromatisch. Nach drei bis vier Wochen wird der Lavendelduft deutlicher. Länger muss der Ansatz meist nicht stehen, weil das Aroma dadurch nicht automatisch feiner wird.

Varianten für Lavendelöl

Je nach gewünschtem Aroma kannst du das Grundrezept leicht anpassen. Wichtig ist, Lavendel nicht zu hoch zu dosieren, denn sein Geschmack und Duft werden schnell dominant.

  • Mildes Lavendelöl: Verwende 10–12 g Lavendelblüten auf 200 ml Öl und lasse den Ansatz etwa zwei Wochen ziehen. Diese Variante ist dezent und gut für den Einstieg.
  • Intensiver Lavendel-Auszug: Verwende 20 g Lavendelblüten auf 200 ml Öl und lasse den Ansatz drei bis vier Wochen ziehen. Das Ergebnis ist deutlich blumiger.
  • Mediterranes Lavendelöl: Ergänze wenig Rosmarin oder Thymian. Das passt gut zu Ofengemüse, Kartoffeln, Focaccia oder Marinaden.
  • Lavendelöl mit Zitrusnote: Gib einen kleinen Streifen gut getrocknete Zitronenschale dazu. Dadurch wirkt der Duft frischer und heller.

Für Küchenanwendungen gilt: lieber vorsichtig beginnen und erst nach und nach stärker dosieren.

Verwendungsideen und häufige Fehler

Lavendelöl eignet sich vor allem als feiner Aromageber. In der Küche sollte es sparsam verwendet werden, damit Speisen nicht parfümiert schmecken.

  • Für Ofengemüse: wenige Tropfen nach dem Backen über Kartoffeln, Karotten oder Kürbis geben.
  • Für Dressings: mit Zitronensaft, Salz und etwas Honig zu einer besonderen Salatnote rühren.
  • Für Brot und Focaccia: sehr sparsam über geröstetes Brot oder Focaccia geben.
  • Für Desserts: in kleinster Menge mit Joghurt, Beeren oder Honig kombinieren.

Häufige Fehler vermeiden

  • Frische Blüten verwenden: Frische Pflanzenteile bringen Feuchtigkeit ins Öl. Getrocknete Blüten sind für Ölansätze praktischer.
  • Blüten nicht vollständig bedecken: Alles Pflanzenmaterial sollte unter Öl liegen, damit der Ansatz sauber bleibt.
  • Zu stark zerreiben: Feine Pflanzenpartikel machen das Öl trüber und erschweren das Filtern.
  • Zu kräftiges Basisöl wählen: Ein sehr intensives Olivenöl kann den Lavendel überdecken.
  • Zu viel verwenden: Lavendel ist intensiv. Wenige Tropfen reichen oft aus.

Qualität, Produktwahl und Lagerung

Für ein schönes Lavendelöl zählen vor allem Duft, Trockenheit und Reinheit der Blüten. Die Blüten sollten aromatisch riechen, sauber wirken und nicht muffig sein. Ganze getrocknete Blüten lassen sich besonders gut verarbeiten, weil sie nach der Ziehzeit einfacher abzufiltern sind.

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Für Lavendelöl eignen sich getrocknete Bio-Lavendelblüten besonders gut. Sie lassen sich sauber dosieren, vollständig mit Öl bedecken und nach der Ziehzeit gut abfiltern.

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Lagerung und Haltbarkeit

Fülle das fertige Lavendelöl in eine saubere, trockene Flasche. Dunkles Glas ist ideal, weil es das Öl besser vor Licht schützt. Lagere es kühl, dunkel und gut verschlossen.

Die Haltbarkeit hängt vom verwendeten Basisöl, der Hygiene beim Arbeiten und der Lagerung ab. Orientiere dich am Mindesthaltbarkeitsdatum des Basisöls und verbrauche den Auszug am besten innerhalb weniger Monate. Wenn das Öl ranzig riecht, ungewöhnlich trüb wird oder sich sichtbar verändert, sollte es nicht mehr verwendet werden.

Sicherheit und Hinweise

Lavendelöl aus dieser Anleitung ist ein selbst gemachter Ölauszug und kein ätherisches Lavendelöl. Für Küchenanwendungen darf nur ein speisegeeignetes Basisöl verwendet werden. Setze Lavendel sparsam ein, da das Aroma schnell dominant wird.

Bei Allergien, Schwangerschaft, Stillzeit, Kindern, Medikamenteneinnahme oder Unsicherheit sollte fachlicher Rat eingeholt werden. Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung und beschreibt eine kulinarische sowie sensorische DIY-Anleitung ohne Heilversprechen.

FAQ: Lavendelöl selber machen

Wie macht man Lavendelöl selber?

Du gibst getrocknete Lavendelblüten in ein sauberes Glas, bedeckst sie vollständig mit Pflanzenöl und lässt den Ansatz zwei bis vier Wochen dunkel und zimmerwarm ziehen. Danach wird das Öl gefiltert und abgefüllt.

Welche Lavendelblüten eignen sich für Lavendelöl?

Am besten eignen sich getrocknete ganze Lavendelblüten. Sie enthalten weniger Feuchtigkeit als frische Blüten und lassen sich nach der Ziehzeit gut abfiltern.

Kann man frische Lavendelblüten verwenden?

Für Ölansätze sind frische Blüten nicht ideal, weil sie Feuchtigkeit ins Öl bringen. Das kann die Haltbarkeit verschlechtern und das Öl trüb machen.

Wie lange muss Lavendelöl ziehen?

Lavendelöl sollte etwa zwei bis vier Wochen ziehen. Nach zwei Wochen ist es meist mild aromatisch, nach drei bis vier Wochen intensiver.

Welches Öl eignet sich für Lavendelöl?

Geeignet sind milde Pflanzenöle wie Sonnenblumenöl, mildes Olivenöl, Rapsöl oder Mandelöl in Lebensmittelqualität. Für die Küche muss das Basisöl speisegeeignet sein.

Ist selbst gemachtes Lavendelöl ätherisches Öl?

Nein. Dieses Rezept ergibt einen Ölauszug aus Lavendelblüten und Pflanzenöl. Ätherisches Lavendelöl wird durch Destillation gewonnen und ist deutlich konzentrierter.

Wie lange ist selbst gemachtes Lavendelöl haltbar?

Das hängt vom Basisöl, der Hygiene und der Lagerung ab. Kühl, dunkel und sauber abgefüllt hält es sich meist einige Monate. Bei ranzigem Geruch oder sichtbaren Veränderungen sollte es nicht mehr verwendet werden.

Warum wird mein Lavendelöl trüb?

Trübung kann durch Feuchtigkeit, feine Pflanzenpartikel oder zu stark zerkleinerte Blüten entstehen. Verwende trockene Blüten, saubere Gläser und filtere sorgfältig.