Die besten Gewürzmischungen der Welt

Gewürzmischungen der WeltGewürzmischungen der Welt [© Lukas Gojda/stock.adobe.com]

Welche Erinnerungen graben sich am intensivsten in dein Herz?

Das sind Gefühle, die mit Gerüchen und Geschmacksaromen verbunden sind! Die Gerüche aus der Kindheit, von Mamas Linsensuppe mit der dezenten Essignote, vom Zimt der unverschämt dicken Apfelpfannkuchen, die Opa immer gebacken hat. Sie lösen ein Leben lang Gefühle von Geborgenheit in uns aus. Über den Geruch, und damit auch den Geschmack, kriegen sie uns alle. Aromen, die über Nase, Zunge und Gaumen aufgenommen werden, speichern wir tiefer und nachhaltiger als jedes Urlaubsfoto auf unserem Smartphone.

Was kann es also Schöneres geben, als sich anderen Kulturen über die Kulinarik zu nähern? Dabei muss man gar nicht unbedingt verreisen. Wir haben, zu jeder Zeit und von zu Hause aus, die Möglichkeit, Aromen aus der ganzen Welt in die heimische Küche zu holen. Entweder durch entsprechende Gewürze oder mit speziellen Gewürzmischungen.

Gewürzmischungen, kaufen oder selbst mischen?

Gewürzmischungen werden von vielen Profis und ambitionierten Hobbyköchen belächelt. Das mag seine Berechtigung haben. Aber nur, wenn es um billiges, mit Glutamat und Farbstoffen versetztes Pommes- und Pizza-Gewürz geht. Allerdings spricht nichts dagegen, sich eine bevorzugte Mischung für seine heißgeliebten Pommes selbst zusammenzustellen.

Gewürzmischungen sind, wertfrei betrachtet, eine Arbeitserleichterung in der Küche. Das macht einmal mehr Sinn, wenn es um Mischungen geht, in denen besonders viele Gewürze eingesetzt werden. Folgerichtig sind überall auf der Welt die verschiedensten Gewürzmischungen entwickelt worden.

Einige davon gibt es inzwischen auch bei uns zu kaufen. Wenn du diese Gewürzmischungen kaufen möchtest, achte bei den Inhaltsstoffen darauf, dass lediglich Gewürze aufgeführt sind. Hefeextrakte, Würze, Säuerungsmittel und natürliche Aromen haben darin nichts zu suchen. Auch Zucker und Salz gehören nicht in eine Gewürzmischung!

Noch mehr Spaß macht es, die Gewürzmischungen selbst herzustellen. Allein schon der Kauf und die Vorbereitung der einzelnen Gewürze sind ein sinnliches Vergnügen!

Deine Vorteile im Überblick:

  • lerne die Gewürze kennen
  • bekomme ein Gefühl für die Aromen der jeweiligen Küche
  • du kannst nach deinem Gusto experimentieren, wovon du wie viel nehmen möchtest
  • keine unerwünschten Zusatzstoffe
  • du bestimmst die Menge
  • kaufe ganze Gewürze, sie lassen sich länger lagern als Pulver
  • es spart Geld (der hohe Preis von Gewürzmischungen ist häufig kein Qualitätsmerkmal)!

Bevor es losgeht, ein paar allgemeine Tipps zur Herstellung von Gewürzmischungen:

  1. Hilfreiche Utensilien sind: ein Steinmörser, eine kleine Pfanne, eine Gewürzmühle oder eine alte Kaffeemühle. Dazu gut verschließbare und lichtundurchlässige Gefäße aus dunklem Glas, Edelstahl oder Porzellan und Etiketten.

  2. Mit Zucker und Salz am besten immer separat würzen. Sie gehören nicht in die Gewürzmischungen.

  3. Chili in einer Gewürzmischung sorgt nicht nur für Schärfe, sondern hebt das Aroma der anderen Gewürze. Insbesondere süße und umami Noten.

  4. Die angerösteten Gewürze vor dem Mahlen oder Mörsern abkühlen lassen.

Die beliebtesten und besten Gewürzmischungen der Welt

Hier folgt nun unsere Liste mit Mischungen aus verschiedenen Regionen und Kulturen. Wir haben sie alphabetisch sortiert und nennen immer das Hauptverbreitungsgebiet. Wir werden die Gewürzliste nach und nach erweitern und ausführlicher beschreiben.

Viel Spaß!

Baba Ganoush

Gewürzmischung Baba Ganoush
Baba Ganoush [©chandlervid85-stock.adobe.com]

Für Baba Ganoush (Babaganush) stell dir den südöstlichen Teil der Mittelmeerküsten vor: Vom Libanon über Israel bis hin zu den nordafrikanischen Staaten. Kulinarische Assoziationen mit Auberginen, Kichererbsen, Sesam und Humus liegen auf der Zunge. Ursprünglich ist Baba Ganoush eine Gewürzdipp, der mit Falafel und Schawarma (arabisches Fleischgericht) gegessen wird.

Der Dip schmeckt intensiv würzig und leicht süß-säuerlich. Für die Herstellung dieses köstlichen orientalischen Dips hat sich im Laufe der Zeit eine eigene Gewürzmischung mit dem gleichen Namen entwickelt.

Am besten, du probierst gleich mal das Rezept für den Baba Ganoush-Dip aus. Bereite dabei etwas mehr von der Baba Ganoush-Gewürzmischung zu. Entweder für den nächsten Dip, oder um andere Gerichte aus der levantinischen und nordafrikanischen Küche damit zu aromatisieren.

Die Zutaten für den Dip:

  • einige Auberginen
  • Sesamsamen (zuvor leicht anrösten)
  • Zitrone
  • Salz, Rohrzucker (oder Granatapfelsirup)
  • frische Granatapfelkerne
  • Olivenöl
  • Petersilie oder Koriander
  • Gewürzmischung Baba Ganoush

Die Auberginen einige Zeit bei starker Hitze grillen. Das weich gewordene Fruchtfleisch herauskratzen und nach Geschmack mit den angegebenen Zutaten verrühren.

Rezept zur Herstellung der Gewürzmischung Baba Ganoush

Wie bei fast alle Gewürzmischungen sind auch die Zutaten dieser Mischung nicht festgeschrieben, ebenso wie die Mengenverhältnisse. Die am meisten verwendeten Zutaten sind:

  • getrocknete Granatapfelkerne
  • getrocknete Zitronenschale
  • Kreuzkümmelsaat
  • Kardamomsamen
  • Pfeffer
  • Zimt

Kreuzkümmel, Kardamom, Pfefferkörner* und den Zimt vor dem Mörsern und Mischen in einer trockenen Pfanne leicht anrösten.

*auch Pfefferkörner bekommen ein intensiveres Aroma, wenn sie kurz (ca. 30 Sekunden) angeröstet werden

Chinesisches Fünf-Gewürze Pulver

Chinesisches Fünf-Gewürze Pulver [
Chinesisches Fünf-Gewürze Pulver [©fkruger-stock.adobe.com]

Chinese Five Spices (chinesisch: Wu Xian Fen) ist eine der ältesten und bekanntesten Gewürzmischung weltweit. Auch wenn sie in vielen asiatischen Familien individuell zusammengestellt wird, international sind die fünf Gewürze gesetzt. In ganz Asien greift man gern zu den fertigen 5-Spices-Tütchen, die es dort auf jedem Markt zu kaufen gibt.

Im asiatischen Raum wird das Chinesische Fünf Gewürze Pulver für viele Soßen und Suppen sowie Marinaden und Beizen von Fleisch, Geflügel und Fisch verwendet. Die Mischung besticht durch ihren harmonischen, intensiven und zugleich blumigen Geschmack. Er hat süße, bittere, pikante, saure und scharfe Noten.

Die fünf Gewürze:

(in Klammern die ungefähren Mengenverhältnisse)

  • Sternanis (6 St.)
  • Nelken (15 St.)
  • Cassia-Zimt (1 bis 2 Stangen)
  • Fenchelsamen (1 EL)
  • Szechuan Pfeffer, ersatzweise Kubeben Pfeffer oder schwarzer Pfeffer) (1 EL)

Alle Zutaten mischen und mahlen, fertig ist dein Chinese-Five-Spice. Ein intensiveres Aroma erhältst du, wenn du alles zunächst grob im Mörser zerstößt und es kurz in der Pfanne anröstest. Danach fein mahlen oder mörsern. Natürlich kannst du die Gewürze auch separat mahlen. Das ist mehr Arbeitsaufwand, aber so lassen sich die Mengenverhältnisse feiner nach Gusto abstimmen.

Wenn du die Gewürzmischung ein erstes Mal ausprobieren möchtest:

Eine Ente oder ein Huhn mit der Gewürzmischung und Salz einreiben (optional eine Zeit lang marinieren lassen). So kann es auf den Grill oder in den Backofen (mit weiteren Zutaten deiner Wahl).

Herbes de Provence

Gewürzmischung Herbes de Provence
Herbes de Provence – frisch und getrocknet [©Etienne Voss-stock.adobe.com]

Die wohl bekannteste Kräutermischung kommt ursprünglich aus der Provence im Südosten von Frankreich. Obwohl es keine fest geschriebenen Zutaten gibt, schmeckt man das typisch herbe, leicht rauchige Kräuteraroma sofort heraus. Gerade weil so viele Kombinationen möglich sind, ist es reizvoll, einmal seine eigenen Herbes de Provence zusammenzustellen.

Salate, mediterrane Gemüse, Pizza, Pasta, Fleisch- und Fischgerichte bekommen mit den Kräutern der Provence ihr typisch mediterranes Aroma.

Das liegt vor allem an den drei Kräutern, die immer dabei sind: Thymian – Rosmarin – Bohnenkraut

Weitere beliebte Kräuter:

  • Oregano
  • Majoran
  • Basilikum

Seltener anzutreffen:

  • Salbei
  • Lorbeerblätter (gemahlen)
  • Lavendel
  • Estragon
  • Petersilie
  • Kerbel

Du merkst schon, nahezu jedes bekannte Kraut, kann in deine Herbes de Provence Mischung landen. Suche dir deine Lieblingskräuter aus und mische sie. In etwa zu gleichen Teilen (vom Lorbeer die Hälfte), und fertig ist deine eigene Hausmischung!

Die Kräuter werden erst gegen Ende der Kochzeit über das fertige Gericht gestreut. Wenn du sie zuvor etwas mit den Fingern zerreibst, geben sie noch mehr von ihren Aromen ab.

Ras el Hanout

Ras el Hanout
Ras el Hanout  – die Zutaten [©Gerard LACZ-stock.adobe.com]

Diese Gewürzmischung scheint alle Aromen Nordafrikas zu vereinen. Kein Wunder, denn darin befinden sich 20 bis 30, und mehr, einzelne Gewürze. Eine komplexe Mischung, bei der am Schluss keines der Gewürze dominieren sollte. Frei übersetzt bedeutet Ras el Hanout so viel wie “Oberhaupt des Ladens”.

Beim ersten Mal kannst du dich an ein Rezept halten, um es dann frei nach deinem Geschmack zu variieren. Ras el Hanout ist das Universalgewürz der maghrebinischen Küche. Dementsprechend harmonieren die süßlich-scharfen Aromen perfekt mit Couscous-, Hirse-, Kichererbsen- oder Linsengerichten. Weitere Klassiker sind Tajine, Humus und Lammgerichte.

Zutaten und Zubereitung für eine einfache Version:

  • Kreuzkümmel (2 EL)
  • Nelken (9 St.)
  • schwarze Pfefferkörner (1 EL)
  • Koriandersamen (2 EL)
  • Pimentkörner (5 St.)
  • Saat aus Kardamomkapseln (5 St.)
  • getrocknete Chilischoten (2 St.)
  • getrocknete Muskatblüten / Macis (2 St.)

Diese Zutaten in einer trockenen Pfanne anrösten, bis sie wunderbar duften. Danach mörsern oder mahlen und zusammen mit den Pulvergewürzen vermischen:

Ingwerpulver (1 EL) Paprikapulver (1 EL) Zimt (1 EL) Kurkuma (1 EL) Muskatnuss, gemahlen (1 TL) Lorbeerblätter, gemahlen (2 St.)

Weitere beliebte Zutaten sind Anis, Galgant, Safran und getrocknete Blüten (Veilchen, Lavendel oder Rosen). Raz el Hanout kann zu Beginn oder während des Kochvorgangs hinzugefügt werden.

Tandoori Masala

Gewürzmischung Tandoori Masala
Tandoori Masala zubereitet mit Huhn [©Nelea Reazanteva-stock.adobe.com]

Garam Masala und Tandoori Masala sind die bekanntesten, trockenen Gewürzmischungen aus Indien. Viele Familien haben eigenen Rezepte für ihre Masalas (Mischungen). Dementsprechend gibt es auch nicht das eine Rezept für Tandoori Masala.

Tandoori Masala ist im Grunde genommen ein etwas schärferes Garam Masala. Man kann es gut an der rötlichen Farbe erkennen. Es wird gerne zum Marinieren von Fleisch und zum Einreiben von Grillfleisch verwendet. Das bekannteste Gericht bei uns ist das Tandoori-Huhn. Tandoori, so wird der Lehmofen genannt, in dem man die Gerichte traditionell zubereitet. Der Geschmack ist fruchtig, säuerlich, leicht erdig und scharf. Die Schärfe kannst du selbst bestimmen. Hier ein Rezeptvorschlag für ein Tandoori Masala. Die ganzen Gewürze (Samen etc.) werden zuvor in der Pfanne angeröstet, dann zerkleinert und mit den Pulvergewürzen vermischt:

  • Kreuzkümmelsamen (2 EL)
  • Koriandersamen (2 EL)
  • schwarze Pfefferkörner (1-2 TL)
  • getrocknete Chilischoten (1-4 St.)
  • getrocknete Tamarindenschale (1-2 EL)
  • Paprika edelsüß (1 EL)
  • Kurkuma (1 TL)
  • Ingwerpulver (1 TL)
  • Knoblauchpulver/ -granulat (2 EL)

Für eine Tandoori-Paste …

… gibst du frisch geriebenen Ingwer und Knoblauch in ein neutrales Öl. Füge Tamarindenpaste, Weißweinessig sowie die oben angegebene Gewürzmischung (ohne die trockenen Versionen von Knoblauch, Ingwer und Tamarinde) hinzu. Diese Paste eignet sich hervorragend zum Marinieren. Für einen pikanten Dip dazu, rühre ein wenig von der Tandoori-Paste in Joghurt ein.

Za’atar

Za'atar-Gewürzmischung
Za’atar-Gewürzmischung [©anna.q-stock.adobe.com]

Der Name ist Programm! Zatar kommt aus dem arabischen Sprachraum und heißt übersetz „Thymian“. Er ist auch die Hauptzutat dieser nordafrikanischen, orientalischen Gewürzmischung. Schreibweisen sind Zatar, Satar, Zaatar, Za’tar oder Za’atar. Von der Türkei über Syrien, Israel bis hin zu den nordafrikanischen Staaten kennt und liebt man diese ganz besondere Gewürzmischung.

Tatsächlich ist es der Thymian, der diese Mischung so unverwechselbar macht.
Der Geschmack, das Aroma? Mediterran, krautig, mit herber Zitrusnote, gleichzeitig nussig-lieblich. Kurz: Eine außergewöhnliche Komposition, die du unbedingt einmal probieren solltest!

Rezept für die Gewürzmischung Za’atar

Diese Mischung ist recht einfach selbst herzustellen. Wie bei fast jeder traditionellen Gewürzmischung, gibt es regional leichte Unterschiede. Für den Anfang hier die klassische Zusammenstellung aus vier Zutaten:

  • Sesam (3 EL)
  • Sumach (1 EL)
  • Thymian (1 EL)
  • Salz (1/2 TL)

Die Mengenverhältnisse kannst du nach deinem Geschmack variieren. Röste zuerst die Sesamsamen in einer trockenen Pfanne an, bis ein angenehmes Sesamaroma aufsteigt. Tipp: Gut aufpassen, sobald sie anbrennen sind sie ungenießbar! Im Mörser lassen sie sich danach leicht zerstoßen. Mische sie mit den restlichen Zutaten und fertig ist dein Za’atar!

Verwendungsmöglichkeiten von Za‘atar

Mit Olivenöl gemischt wird Za’atar traditionell vor dem Backen auf die Fladenbrote gestrichen. Es ist eine raffinierte Gewürzmischung für vegetarische Gerichte. Za’atar verpasst überbackenen Gemüsegerichten, Dips, Kichererbsen-, Linsen-, Bohnen- und Kürbissuppen das gewisse Etwas. Zum Abmildern der Thymiannote oder zur Erweiterung der Aromen, kannst du den Kräuteranteil auch mit Oregano, Majoran oder Bohnenkraut mischen.

Es geht weiter, Fortsetzung folgt!

Wir werden diesen Beitrag zu den beliebtesten und besten Gewürzmischung der Welt stetig erweitern. Schon jetzt freuen wir uns in Kürze über Panch Phoron, Chimichurri, Harissa und vieles mehr schreiben zu dürfen!


Dieser Beitrag erschien erstmalig am 08.09.2020 und wird laufend um neue Rezepte und Gerichte ergänzt!

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1 Kommentare

  1. Sehr schöner Artikel, freue mich schon auf die Fortsetzung. Baba Ganoush hatte ich als eigenständiges Gericht im Kopf. Wieder was dazu gelernt!

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